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LOCH temporary off space
Dorfstrasse 68, 8037 Zürich

1. - 11.10.2026

LACK

Flusssteine, mit Autolack beschichtet: Der Ursprung dieser Arbeit liegt im Jahr 2010, als wir den ersten mit Lack versiegelten Stein, den „Findling (Vanity No. 1)”, auf der Wiese bei „Froh Aussicht” in Samstagern platzierten. Mirjam Varadinis beschrieb diesen ersten Stein als Objekt, das ganz unterschiedliche Zeitlichkeiten in sich vereint: die geologische Langsamkeit des vom Gletscher geschliffenen Gesteins und die Geschwindigkeit der getunten Autos, deren schillernder Lack seine Oberfläche prägt.

Mit der Werkgruppe „Interferenz II” setzen wir dieses Prinzip nun in kleinerem Masstab und mit grösserer Dichte fort. Jeder Flussstein changiert je nach Lichteinfall und Standort in unterschiedlichen Farben, was einen Chamäleoneffekt erzeugt. Varadinis schreibt, dieser Effekt lasse sowohl an Vergänglichkeit als auch an Eitelkeit denken. Seit unserem ersten getunten Findling sind die hochtechnischen Pigmente raffinierter geworden. Vielleicht hat auch die veränderte Verwendung zu diesem Innovationsschritt beigetragen: weg vom getunten Auto, hin zur Kosmetik, genauer gesagt zu Nagellack, der dieselben changierenden Effekte im Kleinformat auf die Nägel bringt. Was einst als Symbol automobiler Eitelkeit galt, ist heute in der Kosmetik angekommen

Neben den neuen Steinen zeigen wir zwei Fotoserien, die ebenfalls mit Autolack bearbeitet wurden. Die eine Serie zeigt geparkte Autos in unterschiedlichen Landschaften – stillstehende Objekte, die dennoch von Bewegung und Herkunft erzählen. Die andere widmet sich der Sonnenschutzmatte, die den Innenraum vor Aufheizung schützt. Früher war dies vor allem ein Bild, das man mit Ferien und fremden, südlichen Orten verband. Heute ist es aufgrund der Hitzesommer auch Teil unseres eigenen Stadtbilds geworden.

So bleibt „Lack” dem für unsere Arbeit grundlegenden Prinzip der Collage treu. Natur und Technik, Stillstand und Geschwindigkeit sowie das Urtümliche und das Hochglänzende verschmelzen miteinander.