HUBER.HUBER

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NEWS

laufend / ongoing______________________________________________

**** Menschen, liebet einander
eine Installation von huber.huber in 3 Teilen in der Kirche Zürich Altstetten
Grosse reformierte Kirche Zürich-Altstetten, Pfarrhausstrasse 21, 8048 Züricher

Vernissage: Donnerstag, 2. März 2017, 18.00 Uhr;
18.30 Uhr Begrüssung durch Ulrike Müller, Pfarrerin
Einführung zur Installation von Patrizia Keller, Kunsthistorikerin / Kuratorin

Finissage: Donnerstag 1. Juni 2017, 18.00 Uhr

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, jeweils von 8 bis 17 Uhr

Zeitgenössische Kunst in der Kirche ist nichts Neues. Vielleicht gerade, weil in Kirche und Kunst um Fragen der Gesellschaft gerungen und nach Gegenwelten gesucht wird. Die Evangelisch-reformierte Kirche Zürich-Altstetten hat sich bereits auf einige Kunstinterventionen eingelassen. 2015 wurde eine Ausstellung der Studierenden der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) realisiert und führte inner- und ausserhalb des Pfarramtes zu heftigen Diskussionen.

Erstmals hat nun die Kirche eine einzelne Position für den schlichten Innenraum der grossen Kirche eingeladen. Im Frühjahr 2017 werden die Zürcher Künstler huber.huber den sakralen Raum mit drei Interventionen bespielen.

Markus und Reto Huber (*1975 Münsterlingen), arbeiten seit dem Abschluss ihrer Ausbildung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich 2005 zusammen unter dem Namen huber.huber. Sie haben in den letzten Jahren vor allem mit Collagen und Zeichnungen, aber auch mit skulpturalen Arbeiten und Installationen auf sich aufmerksam gemacht.

„Menschen, liebet einander“ heisst ihre Installation. Man ist versucht zu glauben, dass es sich hier um ein Bibelzitat handelt. Dem ist aber nicht so. Das Zitat, ursprünglich von Goethe, haben huber.huber vom Schweizer Friedensaktivist Max Daetwyler entliehen. Und dieser hatte ein sehr gespaltenes Verhältnis zur Institution Kirche.

huber.huber führen mit ihren Interventionen die Arbeit, welche sie für die Ausstellung „Voici un dessin suisse. 1990 – 2010“ konzipiert haben, weiter und konsequent zu Ende. Die beiden Künstler zeigen ihre Zeichnung des Altarbildes mit dem von dem Pazifist und «Friedensapostel» Max Daetwyler übermalten Soldaten. Daetwyler hat den knienden Soldaten 1933 in der katholischen Kirche Sankt Anton in Zürich aus Protest mit weisser Farbe übermalt. «Zum Protest gegen eine heuchlerische, lügenhafte Kirche, die auf der einen Seite die Liebeslehre des Jesus von Nazareth vertritt und auf der anderen Seite den Staat und den Militarismus verherrlicht und damit zu Judas wird an der Lehre des Jesus und an ihm selbst. (...) Sozialisten und Christen verraten von neuem ihre Ideale wie anno 1914 und machen sich damit vor den Menschen und vor Gott schuldig, eine neue Katastrophe, einen neuen Krieg zu ermöglichen.» Ihre Originalzeichnung (Sammlung Aargauer Kunsthaus) haben huber.huber für die Installation vergrössert, so dass sie den ganzen Abendmahlstisch im Chor der Kirche überdeckt.
Dass der Akt des Protestes, aber auch die Ohnmacht aktueller denn je ist, zeigt auch in der Schweiz die Entwicklung der politischen, christlichen und konservativen Haltung gegenüber Waffenexporten in Länder, in denen Menschenrechte systematisch und schwerwiegend verletzt werden.

Auch der kurze und prägnante Satz „Menschen, liebet einander“ passt in unsere Zeit, welche von Gier, Egoismus und Angst geprägt ist.

Im letzten Teil ihrer Installation versuchen huber.huber in einer experimentellen Anlage das praktisch Unmögliche. Die Hoffnung stirbt zuletzt.


vorschau/upcoming ________________________________________________

**** Biennale Skulpturen Symposium "Refugium"
Weiertal, Rumstalstr. 55, Winterthur

20. Mai bis 10. September 2017

kuratiert von Kathleen Bühler (Kunstmuseum Bern Kuratorin Gegenwartskunst)

Maya Bringolf, Eveline Cantieni, Mia Diener, Quynh Dong, Marianne Engel, Gregor Frehner, Gerber/Bardill (Gabriela Gerber und Lukas Bardill), Bob Gramsma, Thomas Hirschhorn, huber.huber (Markus und Reto Huber), Monica Ursina Jäger und Michael Zogg, Victorine Müller, Yves Netzhammer, RELAX – Marie-Antoinette Chiarenza, Daniel Hauser & Co., Pipilotti Rist, Ilona Ruegg, Olga Titus.

Die 5. Biennale im Sommer 2017 steht unter dem Titel “Refugium“ und wird von Dr. Kathleen Bühler kuratiert. Beteiligt sind herausragende Schweizer Künstler und Künstlerinnen.

„Refugium“ steht als Motto der Biennale 2017 über dem idyllisch gelegenen Kulturort Weiertal. Als Thema fragt es nach dem Verhältnis zwischen dem Idyllischen in der Kunst als Inszenierung von Wunschwelten und dem Alltäglichen als Kampf gegen Umweltzerstörung und stetig wachsendem Dichtestress.

Mit „Refugium“ wird die Rolle der Natur als Ressource für den zunehmend entfremdeten Städter zur Diskussion gestellt, aber auch die Mechanismen, welche den sozialen oder gar politischen Zugang dazu regeln. Wer darf ins Refugium und wer nicht? Wer wird „refusé“ und steht als „refugié“ vor den Toren?

Präsentiert werden ortsspezifische Objekte und raumbezogene Intervention, poetisch-versponnene oder kritisch-politische Beiträge, die sich inhaltlich, formal und/oder materiell auf den Ort beziehen, um in ihrer Vielstimmigkeit die Komplexität des Themas aufzufächern.

**** Scenes and Sequences Intervention von huber.huber
Graphische Sammlung der ETH, Rämistrasse 101, CH-8092 Zürich

16. August – 15. Oktober 2017
Vernissage: Dienstag, 15. August 2017, 18:00 mit anschliessendem Sommerfest

Die Graphische Sammlung ETH Zürich verfügt über viele umfangreiche Folgen und Serien. Eine relevante Auswahl zu treffen, bedeutet für Kuratorinnen und Kuratoren stets eine grosse Herausforderung und noch grössere Verantwortung. Für die Jubiläumsausstellung 150 Jahre Graphische Sammlung wird sich das Zürcher Künstlerduo Markus und Reto Huber (*1975) dieser delikaten Aufgabe annehmen: Sie treffen einerseits eine für sie stimmige Auswahl aus einem ihrer eigenen Collagen-Tafelwerke. Andererseits werden sie dies gleich auch für einige ausgewählte, ebenfalls seriell konzipierte Werke aus den Beständen der Graphischen Sammlung tun. Damit sorgen sie für einen werk- bzw. künstlergerechten Blick auf diese weitverbreitete Kunstform der Kunstgeschichte. Mit Hilfe von Film und Musik (Michael Bucher) sollen die Folgen und Serien zudem auf unterschiedliche Weise erfahrbar gemacht werden.

Parallel dazu präsentiert die Graphische Sammlung in einem Zwei-Wochen-Rhythmus Positionen junger Künstler, die mit ihren Arbeiten den Begriff des Seriellen um zusätzliche Interpretationen erweitern.
Kuratorenteam: Alexandra Barcal, Graphische Sammlung ETH Zürich und das Künstler-Duo huber.huber (mit Begleitpublikation D/E).

PROJECTS___________________________________________________________

**** #InstaWELTKUNST

Instagram-Takeover des Weltkunstmagazins durch huber.huber
vom 31.1.17 bis 6.2.17

https://www.instagram.com/weltkunstmagazin/

Print-Ausgabe Weltkunst Magazins „Schweiz Special“ mit huber.huber Potfolio und Interview

**** Viceversa 11 - Jahrbuch der Schweizer Literaturen »Diebeslust« mit Collagen von huber.huber

Rotpunktverlag ISBN 978-3-85869-738-7, 1. Auflage: Erscheint am 15.05.17
240 Seiten, 23.0 × 15.0 cm, gebunden. Mit Abbildungen von huber.huber

Wer hat nicht schon einmal gestohlen, entwendet, gefunden und wiederverwendet? Für Viceversa begeben sich rund zwanzig Schweizer Autoren auf Diebestour, erzählen Räubergeschichten, bedienen sich bei fremden Texten oder bestehlen sich selbst.

Zu Gast: Maurice Chappaz warf den Immobilienhaien des Wallis einen »Diebstahl der Berge« vor. Friedrich Glauser und Emmy Hennings kannten das Gefängnis von innen. Porträts: Irena Brežná im Gespräch mit Melinda Nadj Abonji, Philippe Rahmy mit Marina Skalova, Matteo Terzaghi mit dem Künstler Markus Raetz.

Inédits: Aus der Deutschschweiz schreiben Dana Grigorcea, Rolf Hermann, Thilo Krause und Dieter Zwicky Geschichten, Gedichte und poetische Prosa. In der Romandie greifen David Bosc, Odile Cornuz und Silvia Härri in die diebischen Tasten. Der Tessiner Stefano Marelli führt in die Malavita des Veneto, Tresa Rüthers-Seeli dichtet auf Romanisch.

Übersetzen: Carte blanche für Markus Roduner, Marion Graf und Gabriella de’Grandi.

Das literarische Jahr 2016: Die wichtigsten Schweizer Neuerscheinungen des Jahres.

BILDER UND COVER HUBER.HUBER: BRILLANTEN

Zur Arbeit der Zwillingsbrüder Markus und Reto Huber schreibt das Lexikon zur Kunst in der Schweiz SIKart: »Die künstlerische Praxis von huber.huber gründet im Arbeitsprinzip des Samplings, das sich vor allem in Form der Collage manifestiert. [...] Dabei werden aus unterschiedlichen Quellen stammende Bildelemente in neue Zusammenhänge gebracht. Das Sammeln, Herauslösen und Neumontieren als Methode verfolgt das Duo auch in der Skulptur, der Installation, der Fotografie und im Video.«
Für Viceversa steuern huber.huber eine Serie von Brillanten bei, die ja ein beliebtes Diebesgut darstellen. Allerdings entspricht schon die Gewinnung der Diamanten einem Raub, man denke nur an die Ausbeutung der Drittweltländer und die Blutdiamanten.
Die Künstler schneiden aus dem Originalbild eines Kristalls Elemente aus, die sie dann zu klassischen Brillanten (Diamantschliffen) montieren. Die »geplünderten« Bilder der Kristalle werden als Cutouts mit den daraus gesampelten Collagen als Bildpaare gezeigt. So fu?hren sie den »Diebstahl« als Art der Autoren und Künstler, mit bereits vorhandenem Material umzugehen, exemplarisch vor.

**** KUNSTINTERVENTIONEN im Corriere del Ticino

And Now the Good News
Werke aus der Sammlung Annette und Peter Nobel

Im Laufe der Ausstellung - And Now the Good News / Werke aus der Sammlung Annette und Peter Nobel (29. Mai – 15. August 2016) - sind, angesichts des spezifischen Themas der Verbindung zwischen Kunst und Massenmedien, mehrere gemeinsame Aktionen mit Tageszeitungen im Tessin und in Italien vorgesehen.

12 Künstler auf den Seiten des Corriere del Ticino

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts spielte die Zeitung nicht nur eine erstrangige Rolle in vielen Kunstwerken, sondern bot, wie eine Sektion der Ausstellung bezeugt, den Künstlern auch einen neuen Raum, durch den sie ihre Werke einem breiteren Publikum zugänglich machen konnten. Seit den Siebzigerjahren häufen sich die Beispiele künstlerischer Eingriffe auf den Seiten der Zeitungen.
Eines der ersten Beispiele ist das Projekt “Press-Art” , das Herbert Distel zwischen 1972 und 1973 in der “NationalZeitung” realisierte und an dem 52 Schweizer Künstler beteiligt waren.

Während der Ausstellung “And Now the Good News” wird der Medienpartner Corriere del Ticino seine Seiten für die Kunst öffnen. 12 Wochen lang wird abwechselnd je ein Künstler einen Beitrag realisieren, der in der Zeitung veröffentlicht wird. Die Absicht dieses Projekts ist es, den Künstlern einen Raum zu bieten, in dem sie in vollkommener Freiheit spezifische Projekte kreieren können, die im Dialog mit der Struktur und den Inhalten der Zeitung stehen und die den Lesern das Kunstschaffen nicht im üblichen, sondern in einem neuen Kontext näher bringen.

Den Anfang macht der Schweizer Künstler Beni Bischof. Sein Beitrag wird am Samstag, 28. Mai zur Eröffnung der Ausstellung publiziert. In den folgenden Wochen werden sich Künstler wie Antoni Muntadas, Alberto Garutti, Alfredo Jaar, Daniele Buetti, huber.huber anschliessen.

**** NEUE EDITION Wolfsberg Verlag Zürich

Steindruckerei Wolfensberger, Eglistrasse 8, 8004 Zürich

Ab Mitte Dezember 2015:

Peace and Gun 2015
Lithografie, auf 3 Blättern (Auflage 15)
Druck Thomi Wolfensberger
51 x 36 cm


**** Die beiden Aussenprojekte INKREIS (2012) und FINDLING VANITY NO. 1 (2010)
sind bis auf weiteres zu sehen:

INKREIS (Leihgabe Stadt Chur): Fontanapark Chur
http://www.art-public.ch/fontanapark.html

FINDLING VANITY NO. 1 (Leihgabe Froh Ussicht): Froh Ussicht, Samstagern
http://www.frohussicht.ch/

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EDUCATIONAL: A WIE ATELIER

Angebot der Bildungsdirektion des Kantons Zürich

Link

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Museo Cantonale d'Arte, Lugano

huber.huber (Markus Huber, Reto Huber)
From the series Leichter als 21 Gramm, 2008:

youtube