HUBER.HUBER

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Inkreis 2012

Kunstrasen, ø 720 cm

Die Zwillingsbrüder Markus und Reto Huber (beide *1975) arbeiten seit 2005 als Künstlerduo zusammen. Sie ziehen in ihrem Werk das Sublime dem Lautmalerischen vor und überzeugen mit künstlerischen Gesten, denen eine stille Strahlkraft eigen ist und die einen subtilen und vielschichtigen Zugang ermöglichen. Eines ihrer wichtigsten Themen betrifft das wechselhafte Verhältnis von Natur und Kultur, das auch im Zentrum ihrer Arbeit im Fontanapark steht. huber.huber folgen der geometrischen Grundstruktur des Parks und fügen einen kreisförmigen Kunstrasen in ein bestehendes Rasendreieck ein. Dieser ist – geometrisch korrekt – als Inkreis betitelt, hat also seinen Mittelpunkt an der Schnittstelle der Winkelhalbierenden des Dreiecks. Obschon sich der Inkreis formell in das bestehende Ensemble einfügt, hebt er sich deutlich von seiner Umgebung ab. So ist den anderen Grünflächen ein unablässiges, formensprengendes Nachwachsen eigen. Um der organischen Formwucherung Einhalt zu gebieten, müssen sie von einem Gärtner gehegt und gepflegt werden. Derweil trotzt der „Kunst“-Rasen als pflegeleichtes und stets exakt beschnittenes Element sämtlichen Veränderungen und ist somit ein perfekter, ein anspruchsloser Nachbar, bei dem gewissermassen ohne säen geerntet werden kann. Obwohl der industriell gefertigte Rasenkreis auf den ersten Blick fremd oder gar irritierend anmutet, so manifestiert sich in ihm eine konsequente Weiterentwicklung der artifiziellen Parkgestaltung; auch über die reine Anordnung von Gartenelementen hinaus. Ironisch und humorvoll persifliert der Kreis als formkonstantes Evergreen seine ganze orchestrierte Umgebung. Das Einbinden der Kreisform in den markante Rasenspickel kann auch als zeitgenössische Interpretation ornamental gestalteter Rasenflächen wahrgenommen werden, wie sie in Barockgärten als eine Art Raumzeichnungen in Erscheinung traten. Gleichzeitig löst das Werk von huber.huber aber auch Assoziationen zu Bildfindungen der Konkreten Kunst aus. Vertreter dieser Kunstrichtung arbeiteten mit einem geometrischen Formenrepertoire. Sie setzten Kreise, Quadrate oder Rechtecke in dynamische Bildkompositionen und fokussierten auf Formen, Flächen und Materialien. An diese Arbeitsweise knüpfen huber.huber an, indem sie ihr Augenmerk auf das symmetrische Grundkonzept, auf die geometrische Gliederung des Fontanaparks richten und ihr Kreis in ein spannungsreiches Wechselverhältnis mit den geometrisch angelegten Parkelementen tritt.

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